Hühner

Pate werden

Ein Grossteil der Hennen, die den Eierbedarf der Schweizer und Schweizerinnen decken, sind Saisonarbeiterinnen, die nach einem Jahr aussortiert werden, da sie dann nicht mehr täglich ein Ei legen. Deshalb nehmen immer wieder solche Hühner bei uns auf. Sie dürfen bei uns ihr Leben in vollen Zügen geniessen: Bei uns haben sie endlich genug Platz um sich frei zu bewegen und können nach Würmern scharren, feine Sämerein vom Boden picken, sich sonnen, sich im Sand oder in feiner Erde wälzen, unter den Apfelbäumen im Schatten liegen, sich miteinander unterhalten, vom Hahn verwöhnt werden… Es gibt alles was ein Hühnerherz begeehrt. In der Nacht schützt sie ein warm isoliertes Hühnerhaus vor Fuchs und Marder.

Mit den Hühnern im selben Gehege leben unsere aufgenommenen Enten: Dies sind wilde Stockenten von der Wildvogel-Auffangstation Schaffhausen. Sie wurden dort als mutterlose, kleine Kücken aufgepäppelt bis zum ersten Federwechsel. Wenn die Federn den weichen Flaum ersetzt haben kommen sie zu uns in die Freiheit, um auf unserem grosszügigen Teich schwimmen zu lernen. Die meisten dieser Enten wollen dann gar nicht mehr weg sondern bleiben bei uns. Täglich ziehen sie ihre Rundflüge aber sind am Abend wieder auf dem sicheren Teich anzutreffen. Sie leben in guter Gesellschaft mit den Hühnern.

Fakten zu den Legehühnern:
Die industrielle Zucht schuf zwei Sorten Hühner: Solche, die bloss zur Fleischgewinnung dienen, und andere, die nur Eier legen. Das hat Folgen.
Die männlichen Küken der Legelinien werden nach dem Schlupf in den Grossbrütereien aussortiert und anschliessend vergast oder vermust. In der Schweiz sind das 2 Millionen Tiere, in der EU an die 300 Millionen. Ihre Aufzucht rentiert nicht, da Junghähne der Legelinie nur einen “leeren Fleischkörper” entwickeln, also zu wenig Fleisch ansetzen. Und Eierlegen können sie ja sowieso nicht.
Die weiblichen Legeküken kommen von den Grossbrütereien in Aufzuchtställe und nach 18 Wochen als “Junghennen” in Eierproduktionsbetriebe. Dort haben sie während rund einem Jahr nur eine Aufgabe: Eier zu legen. Dann sind sie ausgepumpt und verbraucht. Die produzierte Eimasse von 300 Eiern entspricht dem 10fachen Körpergewicht.
Zu diesem Produktionssystem gehören Verhaltensstörungen, Krankheiten und Verletzungen der Tiere. Unternehmerisch als “wirtschaftliches Risiko” bezeichnet, wird alles getan, damit das Leid der Tiere nicht allzu grosse Einbussen bringt: Es wird geforscht, geimpft, desinfiziert, ausgeräuchert, medikamentös behandelt und ausgemerzt.
Und bald darauf  “entsorgt”. Vor dem Stall werden die Hennen vergast oder man transportiert die müden Tiere in Schlachthöfe. Zu diesem Zeitpunkt sind sie gerade einmal 18 Monate alt.
Textquelle: www.tier-im-fokus.ch/ei/legehuehner