Der kleine Glis-Glis

Ann Allgemein

Von Wandern gefunden und zu uns gebracht: Ein Baby-Siebenschläfer voller Flöhe, Zecken und Fliegeneier.
Mit Zahnbürste und Pinzette konnten wir den süssen Kerl von seinen Parasiten befreien – dabei schlief er in der Hand ein:

Nachdem er sich dann den Bauch gefüllt und getrunken hat war langes schlafen angesagt:

Am Abend dann wurde er etwas aktiver – das entspricht ganz seinem natürlichen Verhalten. Dennoch merkte man ihm die Erschöpfung sehr an: Er machte immer wieder Pausen zwischen dem Herumklettern und suchte unser Hände auf um sich darin zu wärmen und einzukuscheln.

Es ist uns bewusst, dass dieser süsse Kerl ein Wildtier ist. Deshalb werden wir uns nicht zu sehr an ihn gewöhnen und achten auch darauf, dass er sich nicht zu sehr an uns gewöhnt. Umso mehr geniessen wir die paar Tage, die er noch unsere Hilfe braucht, bevor er dann wieder frei gelassen wird. Bis dahin dokumentieren wir seine Genesung auf Facebook: https://www.facebook.com/lebenshoftiermensch und auf Instagram: lebenshoftiermensch

Der Siebenschläfer 
Der Siebenschläfer [Glis glis] ist ein äußerlich mausähnliches, nachtaktives Nagetier aus der Familie der Bilche.
Die Fußballen dieser Tiere sind stets etwas feucht und so beschaffen, dass Siebenschläfer Bäume und Wände ohne Probleme erklimmen können. Die Tiere werden bis zu 9 Jahre alt und erreichen ein Gewicht von 70 bis 160 g.
Mit seinen hervortretenden großen schwarzen Augen sieht der Siebenschläfer selbst bei schwachem Licht noch gut. Bei absoluter Dunkelheit helfen ihm seine bis zu sechs Zentimeter langen Schnurrhaare zur Orientierung. Das wird durch seine vier behaarten, sogenannten „Tasthügel“ im Gesicht und am Kinn noch unterstützt. Zudem verfügt er über ein sehr gutes Gehör.
Angeblich erhielt er seinen Namen wegen seines sieben Monate dauernden Winterschlafs, jedoch dauert diese Ruhephase oft von Anfang September bis Anfang Mai des nächsten Jahres und damit deutlich länger als sieben Monate.
Im Herbst wird zum Anfressen des „Winterspecks“ besonders fettreiche Nahrung bevorzugt. Dazu gehören Bucheckern, Eicheln, Haselnüsse, Kastanien und andere Samen, die viel Öl und Fett enthalten. In den Sommermonaten ernähren sich Siebenschläfer eher von Knospen, Rinden, Früchten und Pilzen. Gelegentlich wird die Nahrung durch Insekten, Vogeleier oder kleine Vögel ergänzt.
Für seinen Winterschlaf gräbt sich der Siebenschläfer in der Regel im September etwa 30 bis 100 cm tief in die Erde ein, um dort vor Frost geschützt zu sein. Er nimmt in seiner Erdhöhle, die nicht wesentlich größer ist als er selbst, eine kugelförmige Körperhaltung ein, um seine Wärmeabstrahlung bestmöglich zu reduzieren. Seine Körpertemperatur fällt bis auf fünf Grad Celsius, was etwa der Bodentemperatur entspricht. Zur Vermeidung eines Zelltodes bei niedrigeren Temperaturen wird der Winterschlaf von kurzen Aufwärm- und Aufwachphasen unterbrochen. Allerdings geschieht dies nicht in einem gewissen Rhythmus, sondern lediglich ein- bis zweimal.

Spätestens Anfang Mai – also nach bis zu acht Monaten – gräbt er sich nach einer mehrstündigen Aufwachphase wieder aus.